Autor Thema: BZ-Messgerät  (Gelesen 17256 mal)

Offline Gyuri

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Re: BZ-Messgerät
« Antwort #10 am: April 20, 2014, 09:05 »
@ Gyuri

…, dann habe ich mich wohl etwas blöd ausgedrückt.
Ich meinte, ich habe …
Oh nein, du hast dich nicht falsch ausgedrückt. Ich hatte nur die Möglichkeit in Erwägung gezogen, die leichter zu erklären wäre. Mir erschien es nicht wahrscheinlich, dass man zu verschiedenen Zeitpunkten ausgerechnet immer 300er bzw. 260er Werte misst. Dann müsste es auch andere Vergleichsmessungen geben. Und ich vermute mal (wissen tu ich nix ), dass es nur zu den großen Abweichungen bei hohen Werten kommt.
Nur mal unter uns  :zwinker: : Ob du einen BZ von 220 hast oder 350 mg/dl ist ohne große Bedeutung; das ist einfach zu viel des Guten. "Wichtiger" wäre vielleicht ob du bei 50 oder 170 mg/dl
rum gurkst. Die Abweichungen der Messdaten sind aber kaum linear sondern proportional, was bedeutet: 10% bei 60 mg/dl machen weniger aus als 10% bei 300 mg/dl.

Die Nachfrage beim Arzt wird garantiert wie das "Hornberger Schießen"  ausgehen, weil man zu allererst von Bedienfehlern deinerseits ausgehen wird. Was mir öfter mal passiert, ich wasche mir vor dem Messen nicht immer die Hände - oder ich trockne sie nicht richtig ab. Je kleiner die Blutmenge ist, die der Teststreifen einsaugt, desto stärker machen sich Störgrößen wie Mehl, Zucker, Wasser, Fett, Schweiß,  … (und was sonst noch an den Fingern haften kann) bemerkbar. Dennoch würde ich niemals behaupten, Teststreifen, die nur 0,3 µL  Blut brauchen seinen ungenauer als welche, die vielleicht 3 µL benötigen. Da spielen noch ganz andere Dinge entscheidend mit.
Gruß vom Gyuri

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(Karl Valentin)

Offline Joerg Moeller

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Re: BZ-Messgerät
« Antwort #11 am: April 20, 2014, 10:58 »
@ Jörg

Wenn ich deine Aussage richtig verstehe, dann habe ich ja gut dran getan, Gerät C auszuschließen und Gerät D zu nehmen, zumal die damit gemessenen beiden Werte von Gerät D identisch waren mit dem gleichzeitig gemessenen Wert von Gerät B. Richtig?

Jein :)

Wie gesagt: Vergleich mit anderen Geräten bringt nichts. Es sei denn das amdere ist ein Laborgerät.

Aber ein Gerät auszusortieren, weil drei Einzelmessungen zur selben Zeit aus drei verschiedenen Stellen zu sehr streuen (z.B. 134, 115, 142) ist okay. Vor allem wenn bei einem davon schon korrigieren würde und bei einem anderen nicht (->115 v.s. 142)

So macht das ein Diabetologe, den ich kenne: Messgerät(e) mitbringen lassen und dann in der Praxis eine Messung mit seinem Laborgerät vergleichen mit 3 Messungen aus jedem der mitgebrachten Geräte (jeweils aus verschiedenen Fingern, um Abweichungen durch die Blutgerinnung auszuschließen)

Viele Grüße,
Jörg
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Offline AmeLei

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Re: BZ-Messgerät
« Antwort #12 am: April 20, 2014, 11:49 »
@ Gyuri
Die Werte stammen aus den ersten Tagen, wo ich durch die hohen Werte den Diabetes zum ersten Mal richtig ernst nahm.  :rotwerd:
Ich nehme seit dem 4.4.2014 jetzt Xelevia und inzwischen sind die Werte natürlich besser, da ich mich auch mit der Ernährung angepasst habe und den Diabetes nicht mehr ignoriere, sondern als Krankheit annehme.
In den letzten Tagen liegen meine Nüchternwerte bei ca. 130 und 1 1/2 Std. nach dem Essen bei max. 162. Ist zwar noch nicht optimal, aber schon viiiieeeel besser als mein Ausgangswert von 453 und einem HBa1c-Wert, der bei 11,7 lag, was anscheinend tatsächlich einem Schnitt von ca. 300 am Tag entspricht. Zur Zeit habe ich ja noch das Erysipel, das antibiotisch behandelt wird, von daher hoffe ich, dass, wenn die Behandlung abgeschlossen ist, der Wert nochmal etwas sinkt.

Da fällt mir ein, ich muss eine Ernährungsfrage stellen, soll ich das im Bereich "Allgemein" machen?

Danke Jörg auch nochmal für deine Erklärungen. Es scheint, ich muss mir doch einen Diabetologen suchen, obwohl ich mit meinem Hausarzt sehr zufrieden bin, aber der hat auch nur ein "Schätzeisen", wie du das nennst und da lag die Differenz zu Gerät B sogar noch weiter auseinander, nämlich 106. Mein Gerät maß an dem Morgen 210, seins 316 und als der Laborwert kam, lag der bei 253. Aber das Blut dafür wurde ja später abgenommen als meine Messung, die ich schon morgens zu Hause vornahm. Hm... Schade, ich dachte, ich könnte das mit meinem Hausarzt in den Griff bekommen. Habe ein wenig Angst, ihn vor den Kopf zu stoßen, denn er ist sehr engagiert. An dem Tag, an dem ich den hohen Wert hatte, erreichte ich ihn auf dem Handy (die Nummer hinterlässt er für Notfälle immer auf dem Anrufbeantworter, was ich sehr vorbildlich finde und noch lange nicht jeder Arzt macht) und er fuhr gleich mit mir in die Praxis, um mir das Rezept für Xelevia auszustellen.

Internette Grüße aus der schönen Eifel
Amelei

Offline Tommi

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Re: BZ-Messgerät
« Antwort #13 am: April 21, 2014, 15:23 »
Amelei,
wenn es nur um die Vergleichsmessung geht, könntest du die Arzthelferin bitten einen Tropfen venöses Blut mit deinem Messgerät zu messen. Später kannst du den Wert dann mit dem Laborergebnis vergleichen.

Gruß Tommi
Kannst Du zählen?
Klar! Eins und so weiter :D

Offline AmeLei

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Re: BZ-Messgerät
« Antwort #14 am: April 21, 2014, 15:29 »
Danke Tommi! Werd ich mal machen.
Internette Grüße aus der schönen Eifel
Amelei

Offline Frau_Holle

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Re: BZ-Messgerät
« Antwort #15 am: April 21, 2014, 15:41 »
In meiner Diab-Praxis erfolgt die Vergleichsmessung so:

Hände waschen und wenn die Hände ganz trocken sind: Stupfen - und zwar so, dass ein ausreichend großer Tropfen entsteht, der das geeichte Praxisgerät versorgt und das mitgebrachte eigene Gerät. Also ganz flott mit dem gleichen Blutstropfen das Röhrchen für das Praxis-Gerät füllen und den Teststreifen für das eigene Gerät.

Im Ergebnis darf dann mein mitgebrachtes BZ-Schätzeisen um 20 % vom Wert abweichen, den die Praxis ermittelt.
*****************************************
Liebe Grüße
Manuela





DM Typ 1 seit April 1979
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Offline Gyuri

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Re: BZ-Messgerät
« Antwort #16 am: April 21, 2014, 18:09 »
Die "Laborgeräte" in der Praxis sind nach meinem Wissensstand nicht geeicht und stellen somit auch keine Referenz dar. Außerdem macht es nicht viel Sinn, Messergebnisse direkt zu vergleichen, wenn sie auf grundverschiedene Methoden ermittelt werden. Selbst das Messergebnis eine externen (vermutlich sehr genauen) Labors taugt nur bedingt für Vergleiche, aber auf keinen Fall mit einer Gegenüberstellung von nur jeweils einem mit "Ungenauigkeiten" behafteten Messwertes.

Eine akzeptable Differenz von ±20% wäre schon mal ein Anfang, aber wenn es 25 oder 30% werden, kann man auch noch nicht sagen, welches Gerät bei dieser Einzelmessung welche Abweichung aufweist. ( ±30% bedeutet, dass ein Wert von 100 mg/dl auch 70 … 130 mg/dl anzeigen könnte. Würdet ihr dann euer Gerät wegwerfen?!) Ich lehne derartige Vergleichsmessungen wie sie von mancher Praxis angeboten werden als unqualifiziert ab. Fragt doch mal, ob ihr dann eure Ergebnisse zukünftig um die ermittelte Abweichung korrigieren sollt.  :kratz:

Nein, ich bleibe dabei: Es ist absolut nicht nötig, unser "Schätzeisen" einer Überprüfung zuzuführen, die weder mit "Kalibrieren" noch mit "Eichen" etwas zu tun hat. Glaubt einfach Messtechnikern und Statistikern, die sich beruflich damit auseinandersetzen, dass die angebotenen Geräte für ihren Verwendungszweck genau genug sind.
Gruß vom Gyuri

„Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen“
(Karl Valentin)

Offline Hexe

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Re: BZ-Messgerät
« Antwort #17 am: April 21, 2014, 19:54 »
Hallo

ich gehe schon davon aus, dass das Gerät in der Praxis geeicht ist, da wird mein Hba1c Wert ja auch mit festgestellt.

@ Amelei
wenn du zu Hause misst, und dann zum Doc gehst/fährst wie auch immer, und dann dort misst, kann es durchaus sein, dass dein BZ inzwischen höher ist. Bei mir ist die Differenz von nüchtern zu Hause gemessen bis hin zum Doc( immer noch nüchtern) und da gemessen so ca 30 bis 40mg/dl bei Werten.

Liebe Grüsse Vera
Typ2  zur Zeit Novorapid und Levemir

Offline AmeLei

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Re: BZ-Messgerät
« Antwort #18 am: April 21, 2014, 22:00 »
Danke für eure Meinungen! Aber etwas will mir trotzdem nicht in den Kopf.
Wenn die Werte so daneben liegen dürfen mit diesen Schätzeisen, wie will man dann jemals wissen, ob man mit seinen Werten nicht doch die Nierenschwelle überschreitet? Das wäre doch aber ein extrem wichtiger Wert.
Internette Grüße aus der schönen Eifel
Amelei

Offline Gyuri

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Re: BZ-Messgerät
« Antwort #19 am: April 22, 2014, 09:54 »
Hallo

ich gehe schon davon aus, dass das Gerät in der Praxis geeicht ist, da wird mein Hba1c Wert ja auch mit festgestellt.
Das dürfte ein Irrtum sein.
Der HbA1c-Wert ist etwas ganz anderes als der Blutzucker und muss ganz anders gemessen werden. Falls es tatsächlich ein Gerät geben sollte, das beide Parameter erfasst, müssten beide Messgrößen gesondert geeicht bzw. kalibriert werden.

Dann ist es auch so, dass in Praxen in aller Regel keine echten Laborgeräte stehen. Nicht umsonst wird für ein komplettes Blutbild das Blut in ein externes Labor geschickt. Das Praxis-Gerät wird vermutlich nicht geeicht sein. Geeicht werden in aller Regel nur Messmittel, die sich über ihre Lebensdauer nicht verändern können. Alles, was sich verstellen kann, kann kalibriert werden, was aber was ganz anderes ist. Beim Kalibrieren werden rückführbare Maßverkörperungen zum Vergleich benötigt. Die gibt es für Blutzucker nicht. In solchen Fällen werden dann immer wieder von ausgesuchten Kalibrierlaboren hochgenaue Vergleichsmessungen durchgeführt. (Gyuri hat mal in so einem Labor gearbeitet, in dem 3D-Messmaschinen miteinander verglichen wurden.)

Bei unseren BZ-Messgeräten wird der Blutzucker nicht vom Gerät gemessen, sondern vom Teststreifen. Wenn überhaupt, müssten da die Streifen (=Sensoren) kalibriert werden, was ja dann eine zerstörende Prüfung wäre. Hier sind Stichproben mit statistischer Auswertung nötig und es wird auch sicher im Fertigungsprozess sichergestellt, dass eine "ausreichende Qualität" das Haus verlässt. Labor-Geräte und Praxis-Geräte arbeiten ganz anders, ohne Einweg-Sensoren.
Gruß vom Gyuri

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